Immenhausen FvSS

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plenergy in Immenhausen 11.-13.07.2022

Für 85 Schüler*innen aus vier neunten Klassen der Freiherr-vom-Stein-Gesamtschule startete Mitte Juli für drei Tage plenergy – Vom Planspiel zur Energiewende. Für die Jugendlichen sind die drei Tage eine tolle Chance, eigene Ideen für die Förderung der Energiewende und so mehr Klimaschutz für ihre eigene Stadt zu entwickeln und mit fachlicher Unterstützung in die erste Umsetzungsphase zu starten. Die Energie2000 organisierte die Ausrichtung des von der Klimaschutzagentur Region Hannover konzipierten Planspiels in Zusammenarbeit mit der Stadt Immenhausen vor Ort.   

Der erste Tag startete mit der Zuteilung der Jugendlichen zu den einzelnen Fachausschüssen, welche den thematischen Rahmen der kommenden Projekttage abstecken würden. Je nach eigenen Vorlieben können die Schüler*innen dabei in den Bereichen Strom, Gebäude, Mobilität oder Öffentlichkeitsarbeit aktiv werden. Außerdem wurde das gesamte Planspiel von einer Dokumentationsgruppe begleitet, welche den Prozess für alle Interessierten digital sichtbar machte. Anschließend folgte die offizielle Eröffnung von plenergy mit einer Begrüßung durch den Schulleiter Fredy Zech, den Bürgermeister Lars Obermann und dem Geschäftsführer der Energie2000 e.V., Manfred Schaub. Die Schüler*innen erhielten so einen ersten Eindruck darüber, dass sowohl die Schulleitung, die Stadt Immenhausen sowie Fachleute für erneuerbare Energien im Landkreis offen für ihre Ideen sind und sie mit ihrer politischen und fachlichen Unterstützung rechnen können. 

Im Anschluss nahmen die Schüler*innen, angeleitet vom Moderatorenteam aus Hannover, ihre Arbeit in den Fachausschüssen auf. Am späteren Vormittag kamen dann die eingeladenen Expert*innen dazu, um den Jugendlichen fachlichen Beirat zu geben, eine Grundvorrausetzung dafür, wirkungsvolle und realistische Klimaschutzmaßnahmen zu entwickeln. 

Den Kern des zweiten Tages von plenergy bildete der Energiewenderat, welcher einer echten Stadtverordnetenversammlung nachempfunden ist und in dem die Schüler*innen ihre selbst erarbeiteten Beschlussvorlagen vorstellen, diskutieren und schließlich zur Abstimmung stellen. Moderiert und angeleitet wurde der Energiewenderat von dem Bürgermeister Lars Obermann, welcher sich vom Engagement der Jugendlichen sichtlich begeistert zeigte: „Ich hoffe auf eine gute Beteiligung der Jugendlichen, dass ihr euch einmischt und laut werdet, das ist gut“. Und so konnten sich nach gemeinsamer Diskussion immerhin 15 der 20 vorgestellten Beschlussvorlagen durchsetzen, wurden also nach Abstimmung vom Rat angenommen. Großen Zuspruch bekam z.B. die Idee einen geplanten Windpark im Reinhardswald durch einen modernen Informationspark zu erweitern, in dem zum einen über Windkraftanlagen informiert wird, zum anderen die Besucher*innen aber auch die Möglichkeit zur Entspannung und Freizeitnutzung haben. Auch der Vorschlag, mit den Gewinnen aus der Mensa Obstwiesen in Immenhausen zu erweitern, stieß auf breite Zustimmung. Dass politische Aushandlungsprozesse auch Rückschläge bedeuten können, ist natürlich ebenso Teil der Erfahrung der Schüler*innen in der Abstimmung. So konnte sich z.B. der Vorschlag für eine Upcycling-Werkstatt für gebrauchte Kleidung nicht durchsetzen, die Realisierung erschien dem Großteil der Schüler*innen zu aufwendig.  

Am dritten Tag des Planspiels wurden schließlich aus den angenommenen Beschlussvorlagen konkrete Projektideen für die Umsetzung abgeleitet. Dabei erhielten die Schüler*innen erneut Unterstützung durch bereits lokal aktive Akteure. An der Freiherr-vom-Stein Schule waren dafür z.B. Bianca Strobel und Ivonne Müller vom deENet e.V. da, einem Netzwerk, welches sich für eine zukunftsfähige Energieversorgung in Nordhessen einsetzt. Sie konnten den Jugendlichen wertvolle Tipps zur Finanzierung und Fundraising ihrer Projekte geben.

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Wir sind gespannt, wie sich die diversen Projekte in Zukunft entwickeln werden und stehen den Schüler*innen zur weiteren Unterstützung zur Seite. Auf dem Blog plenery.de/immenhausen22 gibt es weitere Eindrücke des Planspiels vor Ort sowie zahlreiche Interviews mit Schüler*innen und Kommunalpolitiker*innen. Falls Sie selbst an einer weiterführenden Schule tätig sind und Interesse an plenergy haben, sprechen Sie uns gerne an.