Brennholz – ein alter Energieträger mit Zukunft

Einsatz von Holz zur Wärmeversorgung

Wurde der Raumwärmebedarf in den vergangenen Jahrhunderten in unserer Region fast ausschließlich durch Holz abgedeckt, so ist der Anteil dieses Brennstoffs in den letzten Jahrzehnten auf einen bedeutungslosen Rest zurückgegangen. Andere Energieträger standen preisgünstig zur Verfügung und waren leichter und sauberer zu handhaben. Ausgelöst durch die Entwicklung moderner Feuerungsanlagen erlebte der Brennstoff “Holz” in vielen Regionen zwischenzeitlich eine Renaissance. Auch im Landkreis Kassel sind mittlerweile erste Schritte zur Einführung dieser umweltfreundlichen Heiztechnik erfolgt. So wird seit dem letzten Jahr das psychiatrische Krankenhaus Merxhausen des Landeswohlfahrtsverbandes durch eine moderne Kesselanlage mit Holzhackschnitzelfeuerung versorgt.

Der Landkreis ließ im Rahmen einer umfangreichen Untersuchung an verschiedenen Schulen prüfen, ob der Einsatz von Holzhackschnitzel- Feuerungsanlagen an diesen Standorten möglich und sinnvoll ist.

Zunächst einige Charakteristika dieser modernen Kesselanlagen:

Holzhackschnitzel-Feuerungsanlagen sind im Landkreis Kassel zur Versorgung kreiseigener Gebäude oder ganzer Neubaugebiete in der Vergangenheit noch nicht eingesetzt worden. Die Untersuchungen sollte dazu beitragen, diese Technik einzuführen und zu fördern.

Zu den vielen Zielen, die in diesem Zusammenhang verfolgt werden, gehören z.B.:

Umweltschutz / Klimaschutz

Beschäftigung / Arbeitsmarkt

Die Brennstoffversorgung soll vorrangig aus dem Reinhardswald erfolgen, weshalb in dessen Nähe vier Schulstandorte ausgewählt wurden, deren Heizungsanlagen sanierungsbedürftig sind und die gleichzeitig einen ausreichenden Wärmebedarf für den sinnvollen Einsatz der Technik haben. An diesen Schulen wurde geprüft, ob sich die Wärmeversorgung mittels Holzhackschnitzel-Feuerungsanlagen technisch realisieren sowie wirtschaftlich darstellen läßt. Dabei werden soweit sinnvoll auch umliegende Gebäude sowie geplante Neubaugebiete in die Untersuchung miteinbezogen.
Die ausgewählten Schulstandorte liegen in Hofgeismar, Immenhausen, Grebenstein und Bad Karlshafen.
Darüber hinaus werden auch in anderen Städten und Gemeinden geeignete Projekte vorbereitet. In Kooperation von Landkreis, Kommunen und Dritten wurden unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten sowie der Fördervoraussetzungen des Landes und des Bundes für diese Standorte Energiekonzepte erstellt. Der Einsatz von Holzhackschnitzel-Feuerungsanlagen wird neben Wärmeerzeugungsanlagen mit fossilen Energieträgern betrachtet, wodurch ein direkter Vergleich der Wirtschaftlichkeit möglich ist.
In den komplexen Planungsprozeß, der von ENERGIE 2000 e.V. geleitet und koordiniert wird, sind Partner auf allen Ebenen einbezogen,die Lösungen zu allen Teilbereichen erarbeiten.

Die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen umfassen demnach alle Bereiche und dienen als Grundlage für weitere Konzeptionierungen.

Die gesamte dargestellte Planung war nicht im Rahmen eines Jahres abzuwickeln. So gehen die ersten Überlegungen bereits bis 1996 zurück. Mittlerweile ist das Energiekonzept für alle Standorte abgeschlossen. Da sich der Einsatz von Holzhackschnitzel-Feuerungsanlagen wirtschaftlich darstellt, wurde die erste Anlage bereits errichtet und im Herbst 2000 in Betrieb genommen. Die Überlegungen bezüglich der Hackschnitzel-Logistik waren zunächst auf diesen Standort abgestimmt, werden aber insgesamt zu einem gemeinsamen umfassenden Konzept für alle Standorte führen. Der Bau weiterer Anlagen soll in diesem Jahr beginnen.

Bereits zum jetzigen Zeitpunkt wird die Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit beobachtet, was die vielfältigen Anfragen und Ortsbesichtigungen zeigen. Die Anfragen aus den benachbarten Kreisen zeigen auch Interesse und Informationsbedarf, der über die Region hinausführt.

Auswirkungen auf die Wirtschaftsregion Kassel

Wertschöpfung und Beschäftigungseffekte

“Im Vergleich zu Ölheizungen verbleiben durch den Holzwärmeverbund die sechsfache Wertschöpfung und der achtfache Arbeitsbedarf in der Region.” (HfK)
Die Wertschöpfung in der Region beruht hauptsächlich auf der Brennstoffbeschaffung (Rohstoff Holz, Aufarbeitung, Lagerung und Transport). Werden z.B. an allen vier genannten Schulstandorten Holzhackschnitzel-Feuerungsanlagen gemäß dem derzeitigen Planungsstand realisiert, ergibt sich für die Brennstoffbeschaffung für die Holzfeuerung eine jährliche Wertschöpfung von ca. 140.000.- DM, die in der Region bleiben.
Die positiven Beschäftigungseffekte in der Region Kassel liegen ebenfalls in der Rohstoffbeschaffung, also im Forst, bei der Aufarbeitung und im Transport.
Langfristig ist auch die zunehmende Verlagerung z.B. der Planungsleistungen in die Region anzustreben. Bei Einsatz von Stroh oder auch schnellwachsenden Baumarten würden für die Landwirtschaft positive Impulse in Bezug auf Wertschöpfung und Beschäftigung erfolgen.

Ökologische Aspekte

Zu den positiven ökologischen Auswirkungen zählen beispielsweise:

Ökologisch nachteilige Auswirkungen sind nicht zu erwarten. Moderne Filtertechnik reduziert den Staubausstoß beispielsweise auf einen Wert, der deutlich unter den zulässigen Grenzwerten liegt. Durch nachhaltige Waldbewirtschaftung ist auch kein “leergefegter” Wald zu befürchten, es wird nur soviel Holz entnommen wie nachwächst.

1HfK: Holzenergie für Kommunen. Hrsg.: Forstabsatzfonds, Bonn. 1998